2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004    


Learjet Checkflug
Bericht über den 2-stündigen Prüfungsflug am Learjet Simulator bei Simcom

 


Bereits beim Anlassen des ersten Triebwerks eine Malfunction: „Hot Engine Start“: Die Temperatur in der Turbine steigt schnell und stark an. Ein sofortiger „Cut-Off“ ist die einzig richtige Gegenmaßnahme, um eine Beschädigung an der Engine zu verhindern. Beim 2. Startversuch ist wieder alles in Ordnung.

Miami Intl. Airport Runway 8R POTTR Departure zur Trainings Area beim Pahokee VOR. Kurz nach dem Start aktiviert Ray eine neue Fehlfunktion. „Pitch Trim Runaway“, der das Flugzeug als Folge eines Fehlers in der Trimmung plötzlich die Fluglage ändern läßt. Auch diese Situation habe ich rasch im Griff und der Learjet ist wieder stabilisiert.

Steep Turns (Steilkurven) max. Toleranz 100 ft Höhenunterschied bei einem 360° Turn und 250 kt. Anschließend soll das Flugzeug verlangsamt werden und in Landekonfiguration (Fahrwerk + Landeklappen) gebracht werden und bewusst ein Strömungsabriss provoziert werden, um das „Recovery Procedure“ zu demonstrieren.

Einen Knall und laute Windgeräusche! Druckabfall in der Kabine! Schnell die Sauerstoffmasken aufsetzen und mit dem Emergency Descent beginnen und den Flieger in einer sicheren Höhe abfangen, wo ausreichend Sauerstoff zum Atmen zur Verfügung steht. „It is a self repairing airplane…“, scherzt Ray und mit funktionierender Druckkabine geht es mit Richtungsvektoren zum Localizer Approach auf Miami, Runway 12. Plötzlich verschlechtert sich das Wetter und die Sicht im Anflug geht auf Null zurück. Die Wolken liegen am Boden auf.

Nach dem Durchstarten geht es weiter mit einem Triebwerksausfall und somit zum Single-engine approach. Als Draufgabe ist am Minimum (kurz vor dem Aufsetzen in 200 ft über Grund) die Piste blockiert. Erneutes Durchstarten, diesmal mit nur einem Triebwerk. Missed Approach Procedure inklusive Holding über dem VOR "Virgina Key" wird verlangt.

„This emergency is over“ - nach kurzer Zeit funktionieren wieder beide Triebwerke, dafür ist jetzt die Hydraulik ausgefallen. Das Fahrwerk muß notausgefahren werden und Anflug / Landung erfolgen ohne Klappen. Dadurch erhöht sich die Anflugsgeschwindigkeit gleich um 30kts auf 160kts. Da kommt die Piste schon recht flott näher. Natürlich versagen auch Bremsen sowie Spoiler bei der Landung und der Bremsfallschirm muß gezogen werden und die Emergency Brakes verwendet werden.

Soweit so gut, der 1. Teil wäre geschafft. Doch Ray hat noch lange nicht alle seine Trümpfe ausgespielt. Schon ist das Flugzeug wieder auf der Piste zum Abflug positioniert und alle Fehler sind behoben. Auch das Betanken und somit das Gewicht des Fliegers werden durch Eingaben am Flight Instructor Platz festgelegt. Neues Setting: vollgetankt und bis zum „Maximalen Abfluggewicht“ beladen. In dieser Konfiguration erhöht sich Start- u. Landestrecke, die Geschwindigkeit für den Ab- und Anflug und ein erschwertes Handling bei Systemausfällen ist die Folge. Beim Startlauf fällt natürlich auch prompt - nach erreichen der Entscheidungsgeschwindigkeit (v1) ein Triebwerk aus. (Nach Überschreiten dieser Marke muß gestartet werden, da ein Gelingen des Startabbruchs nicht mehr gesichert ist.) Das Flugzeug auf der Runway Centerline halten und nach dem Abheben auf Pistenrichtung bleiben, erfordert rasches Handeln und ordentliche Kraft im Oberschenkel. Flaches Hinaussteigen und die Kontrolle über den Flieger behalten. „First fly the airplane!“ Nach Erreichen der Sicherheitshöhe wird der Turm verständigt, dass man ein Triebwerksproblem hat, Sprit ablassen muß und alsbald landen möchte. Nach dem Abarbeiten der Checklist für diesen Notfall geht es mit Richtungsvektoren zurück zum Platz für einen Single Engine Approach nach Sicht und mit Gefühl. Auch dies wird wieder eine gelungene Landung!

Beim darauf folgenden Take-off ist mit starken Windscherungen zu rechnen und es bleibt auch in der Platzrunde und im Anflug sehr turbulent, sodaß durchgestartet werden muß. Aber noch hat Ray ein Ass im Ärmel: Beim abschließenden ILS-Anflug funktionieren erstmals alle Systeme und es gelingt ein perfekter Anflug:
Genau auf Kurs und auf dem Gleitpfad, sodaß Ray glaubte ich habe den Autopiloten eingeschalten ;-)

Beim Aufsetzen spricht die Feuerwarnung am rechten Triebwerk an. Das Flugzeug so rasch wie möglich anhalten und einbremsen, die Feuerlöschsysteme aktivieren, den Kopiloten auffordern den Turm zu informieren und mit der Evakuierung der Passagiere beginnen. Natürlich verlässt man als "Captain" zuletzt den Flieger nachdem alle Systeme abgeschaltet wurden! Alles zur vollsten Zufriedenheit demonstriert und kein Fehler dabei…

Nachdem ich zu keiner der Aufgaben einen 2. Versuch benötigt habe, bleibt noch etwas Zeit im Simulator und Ray gestattet mir „Freies Fliegen“. Das lasse ich mir nicht entgehen. Ich mache einen High-Speed Überflug entlang der Piste mit 300kt wenige Meter über den Boden und zische am Turm mit wackelnden Flügeln vorbei. Da wird das Kind im Manne wach, wenn man à la Topgun den Turm ankratzt. Weiter geht es im Tiefflug über Miami City und zwischen den Hochhäusern zum Strand von Miami Beach, Richtung Norden.

Ray scherzt „Hey, look at this beautiful girl in the bikini!“ Zum Abschluß fliegen wir noch eine “Victory Roll”. Ich ziehe die Maschine hoch und drehe den Lear auf den Rücken und weiter, bis der Himmel wieder oben und das Meer unter uns, ist. Ein bestandener Checkflug und gelungenes Highlight zum Abschluß!

 


Home        News        Flüge        Bilder        Specials        Ausbildung        Briefing        Typen        Kontakt