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Orkan "Kyrill" tobt über Europa
 


Staatsflug (State Flight) nach Luxemburg
Empfang am "Roten Teppich" und gehissten Flaggen


Einmal selbst am Roten Teppich stehen


Neuer Geschwindigkeitsrekord mit der OE-GMJ in Flight Level 350 (11km Höhe)

Groundspeed 623kt (= Geschwindigkeit über Grund 1.174 km/h)
Tailwind 176kt (=Rückenwind 325 km/h)

Original Windcheck im Anflug auf Wien:
Wien Tower: OMJ, wind 260° 33kt max 55kt, cleared to land runway 29
Nachdem unmittelbar vor uns bereits eine KLM- und Jet Alliance Maschine  wegen der heftigen
Scherwinde kurz vor der Landung durchstarten mußten. Unser Landung klappte beim ersten Anflug!


INTERVIEW MIT LUFTHANSA-PILOT BURKHARD KRUSE
www.spiegel.de

 

"Wir hatten Wind mit 300 km/h"


Noch nie in 25 Jahren als Lufthansa-Pilot hat Burkhard Kruse so einen turbulenten Flug erlebt wie gestern. Der 47-Jährige schildert die Erlebnisse an Bord seiner Boeing - mitten im Orkan "Kyrill".


SPIEGEL ONLINE:
Wo waren Sie gestern unterwegs?


Kruse:
Am frühen Morgen bin ich von Brüssel nach München geflogen, das war relativ unkritisch. Später sollte es mit der Boeing 737 planmäßig von München nach Manchester und von dort wieder zurück nach München gehen...

 

Pilot Burkhard Kruse: "Ich habe schon viel erlebt, aber das war eine Ausnahmesituation"


SPIEGEL ONLINE:
...und dann?


Kruse:
Die Windverhältnisse über Manchester waren sehr ungünstig. Vorausfliegende Flugzeuge meldeten Scherwinde. Kurz vor der Landung, in etwa 800 Metern Höhe, haben wir beschlossen, den Landeanflug abzubrechen. Wir hatten uns während des Fluges die Wetterdaten der umliegenden Flughäfen beschafft - und dann entschieden, auf dem etwa 100 Kilomter entfernten Flughafen Nottingham East Midlands zu landen.


SPIEGEL ONLINE:
Warum sind Scherwinde so riskant?


Kruse:
Windrichtung und -geschwindigkeit ändern sich sehr schnell und stark. Scherwinde treten besonders in Bodennähe auf und können sogar die Maschine verschieben. Ein ähnliches Phänomen ist bei Gewittern zu beobachten.


SPIEGEL ONLINE:
Sie hatten gut 60 Passagiere an Bord...


Kruse:
...die waren relativ entspannt - obwohl die Turbulenzen auch für mich überraschend heftig waren. Ich habe ihnen erklärt, dass wir wegen des Wetters ausweichen. Nach der Landung dort haben die Fluggäste Beifall geklatscht. Was auf Linienflügen ja recht selten vorkommt.


SPIEGEL ONLINE:
Wie war der Rückflug nach München?


Kruse:
Weil wir ja nicht aus Manchester gestartet sind, wo die Passagiere warteten, sondern aus Nottingham, war die Maschine fast leer. Drei Flugbegleiterinnen kümmerten sich um einen einzigen Gast - der beschlossen hatte, lieber gleich wieder mit zurück nach München zu fliegen. Ich habe dann auch auf eine Cockpitansage verzichtet.


SPIEGEL ONLINE:
Das hört sich nach einem durch und durch ungewöhnlichen Arbeitstag an.


Kruse:
Ich habe schon viel erlebt. Aber gestern - das war schon eine Ausnahmesituation. Die Windgeschwindigkeit war außergewöhnlich hoch. Auf rund 11.000 Metern Höhe hatten wir teilweise Wind mit 300 Kilometern pro Stunde.


SPIEGEL ONLINE:
Wie werden Piloten auf Unwetter vorbereitet?


Kruse:
Bei der Lufthansa absolviert jeder Pilot alle drei Monate ein Training im Simulator, egal wie viele Flugstunden er hat. Dabei werden alle möglichen Situationen geübt. Besonders die Reaktion bei Scherwinden ist wichtig. Grundsätzlich fliegen wir nie in Scherwinde. Das Durchstarten ist in jeder Phase des Anflugs und in jeder Höhe möglich - so wie wir das gestern in Manchester gemacht haben.


SPIEGEL ONLINE:
Wohin fliegen Sie heute?


Kruse:
Am Nachmittag von Frankfurt nach Edinburgh.


SPIEGEL ONLINE:
Sind Sie angespannt?


Kruse:
Ein Pilot sollte im Cockpit möglichst gelassen sein. Anders sieht es aus, wenn er drei Stunden am Boden stehen muss und auf die Startfreigabe wartet.

 





 
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